Vernissage am Samstag, 11. April 2026, um 14 Uhr
Richtig „Blau“ macht das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk ab 11. April – und das ist ganz wörtlich zu verstehen – es schließt sich dem gemeinsamen Motto der MuSeenLandschaft Expressionismus „BLAU MACHEN! rauskommen. ankommen . runterkommen“ an. Der Fokus liegt auf der Farbe Blau – und zwar auf „Campendonk-Blau“. Die Farbe des Himmels, der Sehnsucht und für Campendonk der Bewegung nach innen in die Tiefe.
„Farbe war nun einmal sein ureigenstes Thema“, schreibt die ehemalige Museumsleiterin und führende Campendonk-Expertin Gisela Geiger. Zu sehen sind Werke aus der Sammlung: In die Ferne ziehende Gänse, auf dem Wasser schaukelnde Boote, blaue Figuren, in die Höhe wachsende Pflanzen, Ölgemälde, Hinterglasbilder und selten bzw. noch nie gezeigte Arbeiten auf Papier. Eines ist ihnen allen gemein: die Farbe Blau dominiert.
„Das Blau, die typisch himmlische Farbe, der stärkste Gegensatz zu dem irdischen Gelb strahlt nicht wie dieses über die begrenzende Form hinaus und nähert sich uns, sondern die Bewegung geht nach innen wie die Windungen eines Schneckenhauses…“
(Heinrich Campendonk in Notizheft zur Farbe, um 1924)
In einem unscheinbaren, kornblumenblauen Schulheft hielt Heinrich Campendonk um 1924 seine Gedanken zur Farbtheorie „der Beweglichkeit der Farben“ fest – ein ganz besonderer Schatz. Diese Aufzeichnungen, die einen Einblick in Campendonks ganz persönliche Farbwelt geben, entstanden zur Vorbereitung einer Vortragsreihe für junge Gestalter der Krefelder
Textilindustrie. Neben theoretischem Wissen über Farben und Farbkombinationen war auch ein praktischer Teil vorgesehen.
Das Besondere an Campendonks Ausführungen ist die Vorstellung von Bewegung: Jeder Farbe wird eine eigene Dynamik und Bewegungsrichtung zugeschrieben, während Schwarz und Weiß als unbeweglich gelten. Als hilfreich für das Erreichen bestimmter Farbtöne empfiehlt er das Pointillieren.
Die feine Sonderausstellung im Altbau des Museums ergänzt die Dauerausstellung und eröffnet zugleich neue Perspektiven. Im Mittelpunkt steht das weithin unbekannte Spätwerk von Heinrich Campendonk. Die Bildmotive greifen seine Lebenswelt auf – von den Bergen, Pferden und Kühen in Oberbayern bis hin zu Gänsen, Fischerbooten und Schiffen an den
Küsten Belgiens und Hollands, wo er nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Exil lebte.
Von einem Sommeraufenthalt auf den Lofoten kehrt er 1933 nicht mehr an die Kunstakademie in Düsseldorf zurück, sondern verbleibt in Antwerpen bei seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau, der Malerin Edith van Leckwyck. Ab 1935 hat er eine Professur für Monumentale en Versierende Schilderkunst an der Rijksakademie in Amsterdam inne. Bis zu seinem Tod im 9. Mai 1957 lebt er in Amsterdam.
In der Schaffensperiode nach dem Zweiten Weltkrieg entstehen zahlreiche Gemälde, Hinterglasbilder, Aquarelle und Zeichnungen. Besonders eindrücklich ist das Werk „Der Gänseflug“: Es zeigt einen Mann, dessen Blick den in der Ferne am Himmel ziehenden Gänsen folgt. Abgesehen von der irdisch-gelben Figur und zwei Gänsen im Vordergrund ist das Bild in Blauschattierungen gehalten; der Farbauftrag wirkt strukturiert und stellenweise nahezu pointilliert. So entsteht eine beeindruckende Tiefe, ein schwebender Eindruck. Die Sehnsucht und das Träumen von der Ferne werden dabei fast greifbar und verleihen dem Werk etwas Entrücktes, beinahe Surreales.
Für den expressionistischen Künstler spielte Farbe eine zentrale Rolle – sie ist der Schlüssel zu seinem Werk. Zum zehnjährigen Bestehen des Museum Penzberg – Sammlung Campendonks in seiner heutigen Form geht es auf Entdeckungsreise in der eigenen Sammlung.
SAVE THE DATE: Ein großes Fest darf selbstverständlich nicht fehlen. So möchten wir bereits jetzt zum 10. Museumsgeburtstag am 14. Juni 2026 einladen mit Musik, Führungen, einer kulinarischen Überraschungs-Performance und Vortrag.
BEGLEITPROGRAMM
Öffentliche Führungen | sonntags
19. April | 3. Mai | 10. Mai | 17. Mai | 31. Mai | 14. Juni | 28. Juni
11.30 Uhr | € 5,- zzgl. Museumseintritt
Ausstellungseröffnung | 11.04. | Samstag
ab 14 Uhr freier Eintritt mit Kaffee, Sekt und Kuchen
14 Uhr | Lesung zu Campendonks Farbtheorie durch die Schauspielerin Franziska Deyerling
SLOW ART DAY | „Slow Art Meditation in blue“
11.04. | Samstag | 10.30 – 12 Uhr
08.05. | Freitag | 17 – 18.30 Uhr
Diese besondere Veranstaltung verbindet meditative Yogapraxis mit dem intensiven Erleben von Kunst. Keine Vorerfahrung nötig! Weder Yogakleidung noch Matte werden benötigt.
Mit verbindlicher Anmeldung unter museum@penzberg.de, max. 8 Teilnehmer
Mit Natalie Stenzel, Kijana Yoga
€ 16 inkl. Museumseintritt
BLAUE STUNDE | Kunst, Führung & Wein mit Feuerschale | 30.04. | Donnerstag
18 – 21 Uhr Donnerstag | Es gilt der Museumseintritt
Kunst- und Kulturgenuss in gemütlicher Atmosphäre: Nach einer Führung entfalten sich bei einem
guten Gläschen Wein Gespräche und Begegnungen rund um die Ausstellung.
Anmeldung an museum@penzberg.de
Mit Thomas Trapp-Teriet, Kunstvermittler.
8 € inkl. Museumseintritt | das Glas Wein (0,2l) zwischen 5,50 und 6,50 €
Jahreskartenbesitzer und Mitglieder des Freundeskreises Heinrich Campendonk e.V. erhalten Führung und Eintritt gratis.
Muttertagsspecial | 10.05. | Sonntag
Jede Mutter oder Großmutter, die in Begleitung Ihres Kindes/Enkelkindes kommt, erhält freien
Eintritt.
Internationaler Museumstag | 17.05. | Sonntag
10 – 17 Uhr | Eintritt frei in beiden Museen!
11 – 12 Uhr | 30-minütige Kurzführungen zur Kunst und zur Stadtgeschichte
14 – 15 Uhr | Museumsübergreifende Tour „Leben und Arbeiten eines Bergmannes“
Sonne malt BLAU | Workshops
17.05. | Sonntag
27.06. | Samstag
Jeweils 12 – 14 Uhr | Einstieg jederzeit möglich | ohne Anmeldung
Mit Hilfe der Sonne entstehen im Museumsgarten mit Cyanotypie-Blaudruck einzigartige blaue Kunstwerke. Dieser Workshop kann ausschließlich bei Sonnenschein stattfinden.
Mit Sonja Allgaier, Fotokünstlerin und Kunstvermittlerin.
Mindestalter 8 Jahre | Kinder nur in Begleitung eines Erwachsenen
Teilnahme inkl. Materialkosten € 10
10 Jahre Museum Penzberg – Sammlung Campendonk | 14.06. | Sonntag
ab 14 Uhr | freier Eintritt
Sommerfest zum Museumsgeburtstag mit Musik von Thomas Bouterwek, kulinarische Performance des Künstlerkollektivs „Parmigianos“,Vortrag zur Museumsarchitektur von Thomas Grubert und Kurzführungen in der Ausstellung | Dresscode: BLAU
Termine können abweichen. Bitte beachten Sie unsere aktuellen Veranstaltungen auf www.museum-penzberg.de
Das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk
Neben Sonderausstellungen wird Heinrich Campendonk (1889–1957) stets in Penzberg präsent sein: Das Museum verfügt über die weltweit größte Sammlung des Jüngsten im Umfeld des Blauen Reiters. Mit 21 Jahren kam Campendonk 1911 auf Einladung von Franz Marc und Wassily Kandinsky aus dem Rheinland nach Oberbayern. Auf der Suche nach eigenen Motiven beeindruckte ihn die Bergwerksstadt Penzberg mit ihren besonderen Koloniehäusern und Bergwerksanlagen. Werke aus allen Schaffensphasen und in vielen Arbeitstechniken stehen dem Museum zur Verfügung. Permanent sind Ölgemälde und Hinterglasbilder
ausgestellt.
Daneben spielt die Stadtgeschichte immer eine tragende Rolle im denkmalgeschützten Altbau des Museums und seinem innovativen Zwillingsbau aus dem Jahr 2016 – nicht zuletzt
mit der original möblierten Bergarbeiterwohnung von 1920 sowie dem Gedenk- und Informationsraum zur „Penzberger Mordnacht“ vom 28.04.1945.
Das Museum verdankt seine Erweiterung zum städtischen Kunstmuseum – mit der größten Sammlung zu Campendonks Oeuvre – der Großzügigkeit und dem Vertrauen von Dauerleihgebern, privaten Förderern, dem Freundeskreis Heinrich Campendonk sowie Fördermaßnahmen der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, des Bezirks Oberbayern, des Kulturfonds Bayern und nicht zuletzt der Ernst von Siemens Kunststiftung. Die Präsentation, Erforschung und Verbreitung von Campendonks Werk ist allen Unterstützenden ein wichtiges Anliegen.
Wir danken unseren Dauerleihgebern und den dauerhaften Unterstützern, der Firma Roche Diagnostics und dem Freundeskreis Heinrich Campendonk e.V.
Info und Öffnungszeiten beider Museen:
Museum Penzberg — Sammlung Campendonk
Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag 10 - 17 Uhr
Am Museum 1, 82377 Penzberg
+49 8856 813 480
museum@penzberg.de, www.museum-penzberg.de
Öffentliche Führungen: Termine auf www.museum@penzberg.de
Bergwerksmuseum Penzberg
Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag, Samstag, Sonntag 10 - 17 Uhr
Karlstraße 36/Rückgebäude Realschule
Tel. Museum +49 8856 813-485, Tel. Verwaltung +49 8856 813-163
museum@penzberg.de, www.bergwerksmuseum-penzberg.de
Kontakt für Presse & weitere Informationen
Museumsverwaltung
+49 8856 813-163
museum@penzberg.de
Die Stadt Penzberg ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Sie wird vertreten durch den Ersten Bürgermeister Stefan Korpan.
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