Gleich zu seinem ersten Glückwunsch-Besuch in seiner Funktion als neuer Bürgermeister der Stadt Penzberg konnte Thomas Kopf einen ganz besonderen Anlass erleben. Irma und Emil Schmidhuber gratulierte der Rathauschef zu deren Gnadenhochzeit, also zu 70 Ehejahren.
Kopf zollte dem Penzberger Ehepaar dabei seinen Respekt, überbrachte ein Präsent sowie Blumenstrauß und staunte nicht schlecht über die ein oder andere Anekdote, die die beiden erzählten. Dabei gab es sogar Schnittmengen beruflicher Art. Denn Emil Schmidhuber war einst städtischer Bediensteter, wirkte unter Bürgermeister Anton Prandl und danach unter Kurt Wessner am städtischen Bauhof. Davor arbeitete der gelernte Schreiner im Bergwerk, bekleidete am Ende den Rang des Hauers. Irma Schmidhuber arbeitete in einer Penzberger Näherei, bis sie dann den ersten Sohn zur Welt brachte. Insgesamt sind es drei Söhne, auf die sie mit Stolz verweisen können. Diese entführten sie am Gnadenhochzeitstag auch zu einem Ausflug nach Scheyern.
Beim Bürgermeisterbesuch berichteten die Schmidhubers freilich über ihr Kennenlernen. „Das war am Bahnhof, sie wartete da gerade am Bahnsteig, ich kam gerade mit Freunden in Penzberg an, war zuvor auf dem Oktoberfest.“ Auf einem langen Spaziergang gab es dann auf dem Fußweg zwischen dem heutigen Nonnenwaldstadion und dem PiORAMA den ersten Kuss, verrieten die beiden schmunzelnd. Die Hochzeit folgte dann am 5. Mai 1956.
Den Brautschleier, die Brauthandschuhe sowie eine Federkappe von diesem Anlass hatte Irma Schmidhuber zum Bürgermeisterbesuch eigens festlich auf einem Tisch dekoriert. Das Paar nach dem Geheimnis der 70-jährigen erfolgreichen Ehe gefragt, bewies Humor. „Wenn sie mich schimpft, dann geh ich einfach aus dem Zimmer“, erklärte Emil Schmidhuber mit einem Augenzwinkern. Für Irma Schmidhuber stand indes fest: „Nachgeben. Man muss immer nachgeben. Und zwar beide…“ Eine angeregte Unterhaltung über frühere Zeiten ließ Bürgermeister Thomas Kopf staunen. So erfuhr er etwa, dass es hier einst drei Kinos gab, jede Menge Fachgeschäfte (sogar ein Strumpfgeschäft) und die Stadt einst im Penzberger Sprachgebrauch in „Ober-“ und „Unterpenzberg“ aufgeteilt war.
Kopf kündigte an, spätestens zur 80-jährigen Hochzeit wiederzukommen. Das wäre dann übrigens die Eichenhochzeit.
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