Stadt testet Pumpwerk in Maxkron
Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig ein geeigneter Hochwasserschutz ist. Am Schöpfwerk im Ortsteil Maxkron proben Mitarbeiter des städtischen Bauhofs Penzberg alljährlich den Ernstfall. Dem Schutz vor Überschwemmungen dienen dort Dämme, Regenrückhaltebecken, Retentionsflächen, das Schöpfwerk und ein Dammbalkenverschluss.
Die ordnungsgemäße Inbetriebnahme wird einmal jährlich im Beisein der Vertreter involvierter Fachbehörden durchgespielt, so auch am vergangenen Donnerstag.
Das Schöpfwerk Maxkron wurdeam 12. Juli 2006 in Betrieb genommen, also vor fast genau 20 Jahren. Seine erste Bewährungsprobe hatte es am 2. Juni 2013. Die Baukosten beliefen sich einst auf 670.000 €, die Stadt beteiligte sich daran mit 40 Prozent der Kosten.
Wie funktioniert das Schöpfwerk?
Bei extremer Hochwassersituation in der Loisach überflutet die Loisach durch Rückstau das Gelände nördlich von Maxkron und verhindert den Abfluss des Binnenwassers. Eine Überschwemmung der tief liegenden Anwesen in Maxkron war und wäre die Folge. Das zeigte sich beim Pfingsthochwasser 1999 sowie 2005.
Durch rechtzeitiges Schließen des Dammbalkenverschlusses und des Absperrschützes mit gleichzeitiger Inbetriebnahme der Pumpen im Schöpfwerk kann das binnenseitig anfallende Wasser gefördert und der Wasserspiegel in Maxkron auf ein unschädliches Niveau gehalten werden.
Das Schöpfwerk dient dem Hochwasserschutz für Maxkron bei optimaler Ausnutzung des binnenseitigen Retentionsraumes, was die Unterlieger der Loisach entlastet.
Allerdings ist das Schöpfwerk nicht dazu geeignet, etwa Starkregen aus dem Binnenbereich zu steuern. Das Schöpfwerk darf überhaupt nur nach erfolgter Warnung durch den Hochwasserdienst des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim in Betrieb gehen.
Eine Alarmierung der Betriebsbeauftragten und der Stauwärter erfolgt über SMS-Alarmierung.
Bei einer Pegelmessung von 2,03 Metern erfolgt die Alarmierung, was eine stündliche Kontrolle des Schöpfwerkes mit sich zieht.
2,20m: Überflutung der Straßen (Nantesbuch, Daserweg und nach Hohenbirken)
2,63m: Pumpwerk geht automatisch in Betrieb (halten des Pegelstandes zwischen 2,63 u. 2,73m)
Technische Daten
- Drei Pumpen a 1m³/Sekunde 2 Pumpen können gleichzeitig
- Durchmesser der Rohre DN 700
- Notstromaggregat: 200KVA Nennleitung
- Dammbalkenverschluss als Rückstaudamm im Straßenbereich
- Absperrschott elektrisch/mechanisch
Das Betriebspersonal stellt übrigens die Stadt Penzberg über die Kollegen des Städtischen Bauhofs. Diese Personen arbeiten eng mit dem Wasserwirtschaftsamt zusammen.
Zum Schöpfwerk Maxkron gehört auch das Hochwasserrückhaltebecken Zibetholzweg.
Baubeginn war hier im Mai 2005, im August 2005 wurde es fertiggestellt. Die Baukosten betrugen rund eine Million Euro.
Das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) hat ein Volumen von ca. 10.000 Kubikmeter unter Ausnutzung der Geländetopographie am Vogelberggraben.
Bei der Übung am Donnerstag wurde der Anschluss des Notstromaggregates erläutert und getestet. Im Anschluss daran wurde der Dammbalkenverschluss aufgebaut, um zu testen ob sich die Balken gut einführen lassen und diese noch passen.
Nach dem anschließendem Rückbau erfolgte das Ende der erfolgreichen Übung. Johann Eßel vom SG Tiefbau, dem zusammen mit seinem Kollegen Jens Weißflog die Betriebsleitung der Anlage in Maxkron obliegt, zog ein positives Fazit: „Alles hat bestens funktioniert, innerhalb einer halben Stunde ist alles aufgebaut und bereit für den Ernstfall.“
Beeindruckt zeigte sich Bürgermeister Thomas Kopf, der die Hochwasserschutzübung zum ersten Mal live erleben konnte. Er zollte den Mitarbeitern Respekt für deren schnelles und umsichtiges Agieren, das Bauhofleiter Michael Nitsch so zusammenfasste: „Wir haben ein super eingespieltes Team.“
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