Sonderausstellung "Stadt - Land - Werner Berg" im Museum Penzberg, Sammlung Campendonk

 

Stadt - Land - Werner Berg
Wahlheimat Expressionismus
16.03.2019 - 23.06.2019

Mit einer echten Entdeckung wartet das Museum Penzberg - Sammlung Campendonk auf: "Stadt - Land - Werner Berg. Wahlheimat Expressionismus" heißt es von Samstag, 16.03.2019 bis Sonntag, 23.06.2019. Das österreichische Werner Berg Museum Bleiburg hegt einen in Deutschland weitgehend unbekannten Schatz, der direkten Bezug zum Blauen Land und den Expressionisten hat. Mit über 110 Werken aus Kärnten - Ölgemälde, Holzschnitte, Zeichnungen - wird das markante, ebenso zupackende wie packende Werk Werner Bergs (1904-1981) erlebbar. Ebenso seine Nähe zu Klassikern der Moderne und zu den Brücke-Künstlern, aber auch seine eigenständige, unverwechselbare Entwicklung. Arbeiten von Emil Nolde, Max Beckmann, Edvard Munch, Alfred Kubin und Oskar Kokoschka zeigen die Vernetzung des Wahl-Österreichers auf. Zudem ist Werner Berg typisch für die Biographien, die das kriegsgebeutelte 20. Jahrhundert schrieb. Nicht zuletzt sind Parallelen zur Vita und zum Werk Heinrich Campendonks zu entdecken. Gezeigt wird das auch anhand von Interventionen mit dem Werk Campendonks im Alt- und Neubau des Museums. In den drei Stockwerken des Altbaus ist die Ausstellung sowohl chronologisch wie thematisch gegliedert, der Rundgang entspricht zugleich einem Gang durch die Jahreszeiten. Begriffe wie Heimat, Alltag, bäuerliches Leben, Beziehungen und (Künstler-) Freundschaften, Grundfragen der Existenz und ihrer Fragilität werden dabei fokussiert.

"In Wien habe ich zeichnen gelernt, stur und streng, in München wurde 'gesäbelt', 'gemoln'", kommentierte Werner Berg seine Lehrjahre, die er an den Akademien der beiden Städte verbracht hatte. Reich an Erfahrungen in der Kunstszene, aber vom Studienbetrieb tief enttäuscht, zog er im Alter von 26 Jahren samt seiner Familie auf einen entlegenen Bauernhof in Südkärnten, um fortan unter einfachen Lebensbedingtheiten als Maler und Landwirt zu leben. Hier im Grenzgebiet zu Slowenien suchte er eine Existenz "nahe den Dingen" und wählte Motive aus dem ländlichen Milieu seiner unmittelbaren Umgebung, die er in expressiven Bildern festhielt. Als stiller Beobachter brachte er die vom arbeitsreichen Leben geprägte slowenische Landbevölkerung und den vom Glauben bestimmten Alltag der Bevölkerung auf Papier und Leinwand. Seine innere Distanz erlaubte es ihm, die herbe Physiognomie der Einheimischen und das bunte Markttreiben in allen Facetten zu charakterisieren. Rege Briefwechsel und gegenseitige Besuche verbanden Werner Berg mit seinen Künstler- freunden, Literaten und Förderern wie Emil Nolde, Arnulf Rainer, Thomas Bernhard, Christine Lavant, Gabriele Münter, Erich Kuby und Wieland Schmied. Sie führten ihn immer wieder nach Berlin und in andere Großstädte, wo er an zahlreichen Ausstellungen teilnahm und Austausch fand. Heute genießt Werner Berg in Österreich große Anerkennung, wird jedoch - anders als zu seinen Lebzeiten - in Deutschland nur noch wenig wahrgenommen. Sein entschlossener Rückzug von der Stadt aufs Land und in die Berge erlaubte ihm, weitgehend als Selbstversorger den Alltag zu stemmen - ein Lebenskonzept, das bereits Künstler des frühen 20. Jahrhunderts umzusetzen versuchten und von Werner Berg bis in die letzte Konsequenz durchgezogen wurde. Sein umfassendes Œuvre aus Ölgemälden, Aquarellen, Holzschnitten und Zeichnungen schildert das Auf und Ab einer bewegten Künstlerpersönlichkeit und ist Ausdruck einer gelungenen Verbindung von Kunst und Leben in einer selbstbestimmten Heimat.

Ein soziokultureller und pädagogischer Ansatz füttert das Konzept, das die Kuratorinnen Anne Funck und Friederike Breier mit der Museumsleiterin Freia Oliv erstellt haben - in Kooperation mit dem Kärntner Kurator des Werner Berg Museums Dr. Harald Scheicher, dem Enkel von Werner Berg.

Ein umfangreiches Begleitprogramm wird separat veröffentlicht.

Audioguides sind über QR-Codes auf dem Handy gratis abrufbar:

Jeweils eine eigener Audioguide ist für Kinder und für Erwachsenen in folgenden Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Italienisch, Slowenisch.

Für Kinder liegt zudem eine Spielvorlage im Museum auf.

 
Zur Ausstellung erscheinen folgende Publikationen:

Stephan Koja:
Werner Berg. Reihe Junge Kunst 29. Verlag Klinkhardt & Biermann, ca. 11,90 €

Anne Funck:
Stadt Land Berg. Kathi & Miko beim Maler Werner Berg, Verlag Klinkenhardt & Biermann, ca. 15,90 €

Alle Bildrechte Werner Berg: Bildrecht, Wien

Das Museum Penzberg - Sammlung Campendonk

Neben Sonderausstellungen wird Heinrich Campendonk (1889-1957) stets in Penzberg präsent sein: Das Museum verfügt weltweit über die größte Sammlung des Jüngsten im Umfeld des Blauen Reiters. Mit 21 Jahren kam Campendonk 1911 auf Einladung von Franz Marc und Wassily Kandinsky aus dem Rheinland nach Oberbayern. Auf der Suche nach eigenen Motiven beeindruckte ihn die Bergwerksstadt Penzberg mit ihren besonderen Koloniehäusern und Bergwerksanlagen. Werke aus allen Schaffensphasen und in vielen Arbeitstechniken stehen dem Museum zur Verfügung. Permanent sind Ölgemälde und Hinterglasbilder ausgestellt. Im Dachgeschoß ist aktuell die Installation von Marina Herrmann "Colored City" (2017) zu sehen, welche die drei großen Campendonk-Themen Farbe, Licht, Transparenz zeitgenössisch variiert.

Daneben spielt die Stadtgeschichte immer eine Rolle im denkmalgeschützten Altbau des Museums und seinem innovativen Zwillingsbau aus dem Jahr 2016 - nicht zuletzt mit der original möblierten Bergarbeiterwohnung von 1920 sowie dem Gedenk- und Informationsraum zur "Penzberger Mordnacht" vom 28.4.1945.

Info und Öffnungszeiten:

Museum Penzberg - Sammlung Campendonk
Am Museum 1 (ehemalige Karlstraße 61)
82377 Penzberg
Tel.: 08856.813-480

Mail: museum@penzberg.de
Internet: www.museum-penzberg.de


Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10 - 17 Uhr

Öffentliche Führungen: Do 15 Uhr, So 11 Uhr

Alle weiteren Vermittlungsangebote sowie Informationen zu Sonderveranstaltungen und Führungen auf der Homepage www.museum-penzberg.de.

Pressemitteilung als pdf herunterladen.
 
Infos zum Bildmaterial „Stadt – Land – Werner Berg. Wahlheimat Expressionismus" (pdf)

Die hochauflösenden Bilder können Sie unter folgendem Link herunterladen: https://www.kommsafe.de/#/public/shares-downloads/BQh5CeEtVJDGSy913kovlfl9Hv58oODE

Kontakt für Presse & weitere Informationen
Stadt Penzberg - Museen Penzberg
Freia Oliv (Leitung)
Tel.: 08856.813-127
Mobil: 0179.5975779
E-Mail: freia.oliv@penzberg.de

Maria Hübschmann / Tanja Schmidt (Teamassistentinnen)
Tel.: 08856.813-128
E-Mail: maria.huebschmann@penzberg.de
           tanja.schmidt@penzberg.de