Das Jahr 2026 startet im Museum Penzberg ganz im Zeichen von Umbruch und Neufindung: Museumsleiterin Annette Vogel verlässt das Haus Ende März und eine umfangreiche Fenstersanierung im Altbau sorgt für kreativen (Spiel)Raum. Gleichzeitig stehen zwei große, prägende Jubiläen ins Haus: die Eröffnung des Zwillingsbaus mit der Sammlung Campendonk feiert zehnjähriges Bestehen sowie die Stadt Penzberg „60 Jahre Bergwerksschließung“ begeht.
Der Anfang von etwas Neuem – das ist Ostern für die christliche Liturgie und 2026 für das Museum. Passend dazu wechselt thematisch unsere Sammlungspräsentation „…und Jesaja sprach!“ in der Verlängerung bis 12. April zu „…in deinem Lichte sehen wir das Licht“ (LB, Ps. 36,10). In seinen Führungen rückt Thomas Trapp-Teriet (Pfarrer in Ruhe) den Fokus von der Weihnachtsgeschichte auf die Geschehnisse rund um Ostern und die Umsetzung der christlichen Bildmotive bei Campendonk.
Parallel dazu eröffnen wir aufgrund der unumgänglichen Fenstersanierung im denkmalgeschützten Bergarbeiter-Koloniehaus einen interaktiven Zwischenraum: „Zwischen Jetzt und Blau“. Ab Mitte Februar bietet sich damit erstmals beständig Platz für Workshops, eine Leseecke und Caféhaus-Atmosphäre. Ferienworkshops für Kinder, offenes Atelier für Alle, Kaffee und Kuchen am Wochenende, Yogastunden, entspanntes Schmökern – all dies ist bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten möglich.
Richtig „Blau“ macht das Museum ab 11. April – und das ist ganz wörtlich zu verstehen – es schließt sich dem gemeinsamen Motto der MuSeenLandschaft Expressionismus „BLAU MACHEN! rauskommen . ankommen . runterkommen“ an. Der Fokus liegt auf der Farbe Blau – und zwar auf „Campendonk-Blau“. Die Farbe des Himmels, der Sehnsucht und für Campendonk der Bewegung nach innen in die Tiefe.
„Farbe war nun einmal sein ureigenstes Thema“, schreibt die ehemalige Museumsleiterin und führende Campendonk-Expertin Gisela Geiger.
Zu sehen sind Werke aus der Sammlung, in die Ferne ziehende Gänse, auf dem Wasser schaukelnde Boote, blaue Figuren, in die Höhe wachsende Pflanzen, Ölgemälde, Hinterglasbilder und selten bzw. noch nie gezeigte Arbeiten auf Papier. Eines ist ihnen allen gemein: die Farbe Blau dominiert. „Campendonk malt Blau“ –im Jubiläumsjahr entdeckt das Haus seine Sammlung unter diesem Aspekt ganz neu.
SAVE THE DATE: Ein großes Fest darf selbstverständlich nicht fehlen. So möchten wir bereits jetzt zum 10. Museumsgeburtstag am 14. Juni 2026 einladen mit Musik, Führungen, einer kulinarischen Performance und Vortrag.
Lebensverändernd für die meisten Penzberger: Bis vor 60 Jahren wurde in Penzberg Pechkohle abgebaut, am 30. September 1966 wurde im Nonnenwaldschacht die letzte Förderschicht verfahren. 1972 folgte die Sprengung des Förderturms, die Schächte wurden verfüllt. Oberflächlich erinnern nur noch wenige Orte wie die Berghalde, das Bergwerksmuseum oder Straßennamen an die Bergbauvergangenheit. Und doch würde die Stadt ohne sie in ihrer heutigen Form nicht bestehen…
Die Arbeiterstadt Penzberg ist das Ergebnis einer sehr raschen, allein mit dem Bergbau verhafteten Industrialisierung. Penzberg entstand als ein Fremdkörper in der jahrhundertealten bäuerlich-klösterlichen Kulturlandschaft des Pfaffenwinkels. Die Folgen prägen die Stadt bis heute: Rund 90 Nationen bestimmen das bunte Miteinander, mehr als 100 Vereine sind für das Kulturleben verantwortlich und auch die Tradition eines großen Arbeitgebers ist geblieben.
Die Schließung des Bergwerks war ein einschneidendes Ereignis in der Stadtgeschichte, aber auch für jeden einzelnen Penzberger. Über 1.300 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz, mussten sich neu orientieren. Das Stadtbild hat sich in wenigen Jahren vollständig verändert. Persönliche Geschichten, familiäre Erinnerungsstücke, Fotos und Zeitdokumente rund um die Schließung des Bergwerks versammelt die Ausstellung. In Kombination mit einer hochkarätigen Kunstausstellung öffnet sich der Blick auf Kohle und Kohleabbau in der künstlerischen Darstellung. Die
Fotografien von Bernd und Hilla Becher werden zu visuellen Vertretern und eröffnen einen Resonanzraum.
Zudem ist das „kollektive Gedächtnis“ der Bürgerinnen und Bürger Penzbergs gefragt: Sollten Sie eine persönliche Verbindung zum Penzberger Bergwerk haben, Erinnerungen und/oder Erinnerungsstücke, melden Sie sich beim Museumsteam!
Veranstaltungsprogramm 2026 – Zusammenfassung:
Von „…und Jesaja sprach!“ zu „… in deinem Lichte sehen wir das Licht“
verlängert bis 12. April 2026
Fünf thematische Führungen mit Thomas Trapp-Teriet (Pfarrer i.R.)
8. Februar, 22. Februar, 8. März, 22. März und 5. April 2026
Interaktion im Raum „Zwischen Jetzt und Blau“
ab Mitte Februar bis Anfang April 2026
- 19. Februar 2026: „Maskenball mit Campendonk“ – Ein Hinterglasworkshop für Kinder in den Faschingsferien
- Workshops für Schulklassen und Kindergruppen
- Video-Box: „Das Bergwerk und ich“
- 8. März, 15. März, 22. März 2026: Offenes Atelier für Alle, 14-16 Uhr
- Kreativer Tisch
Campendonk malt Blau
11. April bis 12. Juli 2026
- 11. April 2026, SLOW ART DAY: Yoga „Slow Art Meditation in blue“
- 30. April 2026, BLAUE STUNDE – Programm in Planung
- 8. Mai 2026: Yoga „Slow Art Meditation in blue“
- 17. Mai 2026: Internationaler Museumstag u.a. mit Führungen „Leben und Arbeiten eines Bergmanns“
- 14. Juni 2026: 10. Museumsgeburtstag mit Sommerfest, interaktive Performance mit dem Künstlerkollektiv „Parmigianos“, Vortrag, Führungen und Mitmachaktion
60 Jahre Bergwerksschließung
Pechschwarz und Himmelhoch (Arbeitstitel)
19. Juli bis 8. November 2026
Wir danken unseren Dauerleihgebern und den dauerhaften Unterstützern, der Firma Roche Diagnostics und dem Freundeskreis Heinrich Campendonk e.V.
Info und Öffnungszeiten beider Museen:
Museum Penzberg — Sammlung Campendonk
Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag 10 - 17 Uhr
Am Museum 1, 82377 Penzberg
+49 88856 813-480
museum@penzberg.de, www.museum-penzberg.de
Öffentliche Führungen: Termine auf www.museum-penzberg.de
Bergwerksmuseum Penzberg
Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag, Samstag, Sonntag 10 - 17 Uhr
Karlstraße 36/Rückgebäude Realschule
Museum +49 8856 813-485, Verwaltung +49 8856 813-163
museum@penzberg.de, www.bergwerksmuseum-penzberg.de
Kontakt für Presse & weitere Informationen:
Museumsverwaltung
+49 8856 813-163
museum@penzberg.de
Die Stadt Penzberg ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Sie wird vertreten durch den Ersten Bürgermeister Stefan Korpan.
Hier können Sie die Pressemitteilung als pdf-Datei herunterladen.

